Wer Hilfe braucht, dem wird geholfen

Bei unserer Projektarbeit erreichen uns auch Schicksale, derer wir uns annehmen. Solange es im Rahmen unserer Möglichkeiten steht, leisten wir direkte uns sofortige Hilfe und Unterstützung, wie bei unserem Schneider Tamer Mohamed in der Lutherstrasse 1, 13585 Berlin.

Bevor Tamer Mohamed zu seiner Selbständigkeit kam, hatte er bereits einen persönlich frustrierenden und erfolglosen Bewerbungsmarathon hinter sich. Seine letzte Hoffnung legte er in die Hände von Petra Hille von der Wirtschaftsförderung im Rathaus Spandau. Sie begleitete ihn beratend und ideell, setzte ihr Kontaktnetzwerk in Bewegung und fand im Quartiersmanagement (QM) der Spandauer Neustadt einen verlässlichen Partner. Als Tamer Mohamed letztes Jahr das QM-Büro aufsuchte, erklärte man ihm, eine alteingesessene Schneiderin suche eine Unternehmensnachfolge für ihren kleinen Schneidersalon.

Schnell einigte er sich mit der Schneiderin über die Eckdaten der Geschäftsübernahme und bald wurde Tamer Mohamed zum neuen Geschäftsinhaber. Mit finanzieller Unterstützung seiner Freunde und Familie war er in der Lage, den Abstand an die Vorbesitzerin zu zahlen. Damit übernahm er vor allen Dingen den alten Kundenstamm und einen guten Ruf – alles andere, z.B. die Nähmaschinen, die dringend notwendig sind, um seine Existenz zu sichern, waren fast nicht mehr zu gebrauchen und auch die Räumlichkeiten wirkten sehr mitgenommen. Sowohl für neue Maschinen als auch für die Räume und die sanitären Anlangen, die dringend einer Auffrischung bedürften, hatte er keine finanziellen Mittel mehr zur Verfügung. Bis jetzt hat der Laden keine Heizung, kein Warmwasser, alte Stromleitungen und einen maroden Fensterschutz.

In dieser Notlage brachte ihn das QM mit den Mitarbeitern des „Marktplatz Neustadt“ zusammen, einem Projekt, das sich der Förderung und Unterstützung der lokalen Ökonomie der Spandauer Neustadt verschrieben hat. Hier stellte Tamer Mohamed seine Probleme dar. Im Anschluß an das gemeinsame Treffen, suchten wir seine Räumlichkeiten auf. Gemeinsam analysierten wir seine wirtschaftliche Lage und das Geschäftskonzept und wirkten beratend sowohl bei der Laden- und Schaufenstergestaltung als auch vermittelnd und klärend bei Gesprächen mit dem Jobcenter. Schnell wurde klar, dass dem Amt und auch den von Herrn Tamer zuvor angesprochenen Banken die Hände gebunden waren: den Mitarbeitern des Jobcenters standen rechtliche Vorschriften im Weg, den für eine Finanzierung der Maschinen in Frage kommenden Banken hingegen die mangelnden Sicherheiten, weshalb sie Tamer Mohamed keine finanziellen Mittel bewilligen konnten. Lediglich die Hausverwaltung sagte ihre Unterstützung zu. Sie wird neue Stromleitungen legen und für warmes Wasser sorgen.

Aus der Befürchtung heraus, als Schneider seine Kundschaft nicht optimal bedienen zu können, entwickelten wir die Idee, Herrn Mohamed mit Hilfe des Crowdfundings eine Anschubfinanzierung zu beschaffen. Eine perfekte Ergänzung des Unterstützungsteams fanden wir in Ines Zimzinski, Mitbegründerin des German Crowdfunding Verbandes und IHK-Dozentin.

Gemeinsam erarbeiten wir momentan den Crowdfunding-Auftritt des Schneiders auf der Internetplattform Startnext. Hier versuchen wir mit Hilfe einer finanziellen Unterstützung der „Crowd“ mindestens 1.500 Euro für Tamer Mohamed zu sammeln. Wir verstehen es als eine Anschubfinanzierung, mit der der Schneider die Möglichkeit erhalten soll, eine oder zwei gebrauchte Maschinen mit Garantie zu erwerben, damit er mit seinem Handwerk besser als bisher aufgestellt ist und mit seiner Arbeit beginnen kann. Außerdem soll der Laden einen frischen Anstrich erhalten, sowie zwei bis drei neue Lampen und nach Möglichkeit auch eine Ladentheke.

 Weitere Informationen zum Crowdfunding-Projekt erhalten Sie HIER.

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